
Sir Laurence Olivier spielte in der Originalversion von "Sleuth" 1972, den Autor Andrew Wyke, der sich ein Duell mit Milo Tindle, dem Liebhaber seiner Frau, liefert. Den Nebenbuhler mimte damals Michael Caine. 35 Jahre später widmete sich diesem Stoff der auf Oliviers Spuren wandelnde Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh.
Er wagte ein Remake und liess Michael Caine nun den gealterten Autoren spielen, der den jungen dynamischen "Tindelini" (ist er nun Friseur oder Schauspieler?) in die Flucht zu schlagen versucht. Jude Law verkörpert den naiven Herausforderer. Zunächst reicht Wyke ein kleines Accessoire aus dem Produktrepertoire von Steve Jobs, um Eindruck zu schinden. Mit der Minifernbedienung (Anm.d.Sekretärin der Macht: Die Fernbedienung kann eigentlich nichts - außer Pause, lauter oder leiser. Überschätztes Ding!) vermag er per Knopfdruck Lampen zum Leuchten, Wände zum Verschwinden, Aufzüge vom Fahren und Falltüren zum Öffnen zu bringen. Also Shakespeare meets Macstore? Weitere Productplacements sind teure Vodkamarken, abgesehen von den Bulgari-Diamanten.
Branagh liefert ein theatral inszeniertes Zwei-Personen-Stück, in dem einzig der Drehbuchautor Harold Pinter einen Kurzauftritt auf dem Fernsehbildschirm hat. Ansonsten wird sich an die Einheit der Zeit, des Ortes und der Handlung gehalten. Ein im Kino selten gewagter dramaturgischer Schritt, den Branagh konsequent durchexerziert. Interessante Kameraperspektiven und Hauptaugenmerk auf den beiden Schauspielern, die anderthalb Stunden beweisen müssen, was sie drauf haben. Und das haben alle Beteiligten eindeutig.
